2168 Käferarten

Bericht aus der Süddeutschen vom 7. März 2018

Bayerns Nationalparke sind Zuflucht für unzählige Tiere

 

Der Ausburger Bär

Der Augsburger Bär zählt mit bis zu acht Zentimetern Flügelspannweite zu den größten Nachtfaltern in Mitteleuropa. Aber nicht nur das. Mit seinem roten Körper, den dunkelbraunen Vorderflügeln, auf denen cremefarbene Flecken leuchten, und den orangefarbenen Hinterflügeln mit den schwarzen Punkten ist er ganz gewiss einer der auffälligsten. In Bayern ist der Augsburger Bär so gut wie ausgestorben. Um so größer war deshalb die Sensation, als der Chef des Nationalparks Berchtesgaden, Roland Baier, im Sommer 2017 am Ufer des Königssees einen Augsburger Bären entdeckte. Zwar war der Falter tot, aber seither ist gewiss, dass im Nationalpark Augsburger Bären leben.

Der Augsburger Bär ist nur ein Beispiel dafür, dass die beiden Nationalparke in Berchtesgaden und im Bayerischen Wald eine Bastion gegen den dramatischen Artenschwund im Freistaat sind, vor allem gegen den immensen Verlust an Insekten. Walter Ruckdeschel, der zu den renommiertesten Insektenkundlern im Freistaat zählt, hat in seinen jahrelangen Forschungen nachgewiesen, dass im Nationalpark Berchtesgaden 600 Nachtfalter-Arten leben. Das sind 60 Prozent der Nachtfalter-Arten, die in Bayern vorkommen. Im Nationalpark Bayerischer Wald haben der Forscher Sebastian Seibold und seine Kollegen jetzt die schier unglaubliche Zahl von 2168 verschiedene Käferarten nachgewiesen. Das sind 40 Prozent der Käferarten in Bayern. Unter ihnen ist auch der Ungarische Ahornbock, von dem bisher keiner wusste, dass es ihn überhaupt in Bayern gibt. Der grünlich schimmernde Käfer ist ebenfalls vom Aussterben bedroht.

Der Chef des Nationalparks Bayerischer Wald, Franz Leibl, sagt deshalb: „Große Schutzgebiete wie unsere Nationalparks liefern einen wichtigen Beitrag gegen das Artensterben.“ Nationalparks seien bedeutsame Rückzugsräume für viele Tiere und Pflanzen, die in den sogenannten Normallandschaften mit intensiver Landwirtschaft keine Überlebenschance mehr haben. Leibls Kollege Baier betont, dass Nationalparks „unverzichtbare Elemente aller Naturschutz-Bemühungen sind“.

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