Gute Überlebenschance für Käfer und Co.

Bericht aus dem Berchtesgadener Anzeiger von 10.03.2018

Der Zottenbock ist dank jahrzehntelanger, natürlicher – von Menschen unbeeinflusster – Waldentwicklung im Nationalpark Bayerischer Wald regelmäßig anzutreffen. − Foto: Rainer Simonis/Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Berchtesgaden bietet zahlreichen bedrohten Faltern und Insekten einen idealen Lebensraum – und sichert so das Fortbestehen der Gattungen. In einer kürzlich veröffentlichten Forschungsarbeit konnte Wissenschaftler Dr. Walter Ruckdeschel in zahllosen Nachtstunden über 600 Nachtfalterarten entdecken und nachweisen. Das sind 60 Prozent aller Nachtfalterarten Bayerns.

Wie die Nationalparkverwaltung in einer Presseaussendung berichtet, stehen 160 Arten auf der Roten Liste der in Deutschland gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten. Forscher verzeichnen an rund 60 Probestellen im gesamten Bundesgebiet einen Rückgang um mehr als 75 Prozent an Biomasse bei Fluginsekten. Auch für Falter sieht es deutschlandweit übel aus. Aber anders in Berchtesgaden und im Bayerischen Wald: „Da weite Gebiete des Nationalparks nicht oder im Fall der Weiden nur extensiv bewirtschaftet werden und die vielfältigen Biotope im Nationalpark kaum Umweltbelastungen ausgesetzt sind, hat sich das Artenspektrum im Vergleichszeitraum nur wenig geändert“, so Schmetterlingsexperte Ruckdeschel.

Auch die Forschungsergebnisse aus dem Nationalpark Bayerischer Wald stimmen laut Pressemitteilung zuversichtlich: Totholzforscher Dr. Sebastian Seibold betreut dort mehrere Versuchsflächen. Ein toter, grüner, glänzender Bockkäfer nördlich des Zwieslerwaldhauses auf einem toten Baum ist ihm jüngst besonders ins Auge gefallen. „Das war ein Ungarischer Ahornbock, der ist neu für den Nationalpark“, stellt er fest. „Dieser seltene und gefährdete Käfer ist ein europäischer Endemit, kommt also außerhalb des Kontinents nicht vor. Seine Larven fressen in den Stämmen des Bergahorns.“ Die zwei Nationalparks können damit dem bundesweiten Trend des deutschlandweit beobachteten Insekten- und Falterrückgangs entgegenwirken.

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