Verschotterung bringt Grünflächen zum Verschwinden

Quelle/Bild: © Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz schlägt in einer neuen Studie Maßnahmen vor

Grünflächen innerhalb der Siedlungen sind für die Wohn- und Lebensqualität unverzichtbar. Jedoch ist immer häufiger die Verschotterung von Grünflächen in periurbanen und ländlichen Gemeinden zu beobachten: Private und öffentliche Grünflächen weichen öden Schottergärten (nicht zu verwechseln mit Ruderalflächen, Steingärten oder Kiesgärten, welche wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen darstellen können). Schottergärten sind Umgebungsgestaltungen, bei denen Steine (insbesondere Schotter­steine) unterschiedlicher Größe einen wesentlichen Anteil der Bodenbedeckung ausma­chen und bei der die Bepflanzung spärlich bis gar nicht vorhanden ist. Oftmals wird unter solche Flächen auch ein Vlies oder eine Plastikfolie verlegt, damit möglichst wenig Unkraut wächst. Die Verschotterung von Grünräumen, Gärten und Restflächen in Gewerbearealen unterläuft somit dem raumplanerischen Auftrag einer hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen.

Eine aktuelle SL-Studie präsentiert die Gründe und die Auswir­kungen der Verschotterung: Schottergärten führen zu Bodenversiegelung und zusätzlichem Abwasser, Verlust der Bodenfruchtbarkeit, Reduktion der Biodiversität im Siedlungsraum, negativen Auswirkungen auf das Mikroklima, ästhetisch wertlosen Flächen in der Siedlungslandschaft und negativen Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bevölkerung. Die Studie belegt anhand von Expertenbefragungen, dass vor allem Zeitersparnis und (vermeintliche) Pflegeleichtigkeit als häufigster Grund für die Anlage von Schotter anstelle von Grünflächen angeführt wird. Hinter der längerfristigen Pflegeleichtigkeit ist aber ein Fragezeichen zu setzen.

Die SL-Studie schlägt verschiedene Gegenmaßnahmen vor: Gemeinden können in ihren Bau- und Nutzungsordnungen einen Mindestanteil an naturnaher oder einheimischer Bepflanzung vorsehen. Große Wirkung erzielen entsprechende Vorschriften im Rahmen von Gestaltungs- und Quartierplänen. Neben den Vorgaben „von oben“, die schwierig zu vollziehen sind, sollte auch an die Verantwortung der Gartenbaufirmen und Grundeigen­tümer für die Erhaltung der Lebensqualität appelliert werden. Denn die Nachbarschaftsbeeinflussung hat eine große Wirkung!

Quelle:
Rothenbühler E. (2017): Schottergärten und Landschaft: Dynamik, Akteure, Instrumente. Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (Hrsg.). Bern.

Studie als pdf zum download

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